Sonntag, 10. Dezember 2017

Wie der Wind und das Meer von Lilli Beck

(Bildrechte liegen beim Verlag)

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3764505776
Preis: 19. 99 Euro (hier kaufen)

Vielen Dank an Blanvalet für das Rezensionsexemplar



 
Klappentext


München, April 1945. Nach einem verheerenden Fliegerangriff irrt der elfjährige Paul mit einem Koffer durch die Trümmerlandschaft. Auf der Suche nach einem Versteck trifft er auf ein kleines Mädchen. Sie heißt Sarah, hat wie er ihre Familie verloren – und sieht Pauls Schwester verblüffend ähnlich. Um in der verwüsteten Stadt nicht allein zu sein und von den Behörden nicht getrennt zu werden, schließen Paul und Sarah einen Pakt: Von nun an werden sie sich als Geschwister ausgeben. Ihr Plan geht auf. Doch wie hätten sie ahnen können, dass Jahre später ihre Notlüge ihr Verhängnis werden würde – und dass sie sich würden verstecken müssen, um sich lieben zu dürfen …


Meine Rezi


Der Titel „Wie der Wind und das Meer“ und der Klappentext hatten es mir sofort angetan. Ich lese selten Bücher über die Kriegszeit, auch, wenn es Romane sind. Natürlich ist das Thema sehr wichtig. Doch die wenigsten Bücher, die dieses Thema behandeln schaffen es, mich richtig in den Bann zu ziehen. Durch den Klappentext wird einem ja schon eine Menge verraten. Paul rettet Sarah, indem er ihr die Identität seiner Halbschwester überträgt. Dieses Geheimnis tragen beide mit sich. Für Paul und Sarah ist es eine Gemeinsamkeit, die sie zusammenschweißt. Wie heißt es doch so schön? Zusammen ist man weniger allein. Und hier stimmt es. Die beiden erleben sehr viel miteinander und wissen, dass sie sich immer auf den anderen verlassen können. Sie lernen liebe und nicht so liebe Menschen kennen. Oft fühlen sie sich schlecht, weil sie lügen müssen, aber beim jeweils anderen können sie sie selber sein. Doch dann verlieben sie sich und alles gerät aus den Fugen. Kann es überhaupt eine Zukunft für die beiden geben?

Für mich war die Geschichte schwierig zu verdauen. Ich war am Anfang richtig gebannt, wie es weitergeht. Ich habe die beiden hilflosen Kinder sofort in mein Herz geschlossen. Auch wenn sie ohne Hilfe zurecht gekommen wären, wollte ich das man ihnen hilft. Doch dann irgendwann fragte ich mich, ob die beiden nicht vieles hätten besser machen können.
Natürlich reden wir hier über ein Buch, aber es hat mich oft ratlos zurückgelassen. Ich wusste selber nicht, wie ich so etwas in der Realität aufgenommen hätte. Sie sind zwar keine Blutsverwandte, doch Geschwister sind sie ja trotzdem. Zumindest sind sie als Geschwister großgezogen worden. Es ist keine Inzucht und nicht verboten, auch nicht verwerflich, doch verwundert wäre ich persönlich trotzdem. Das ganze hin und her ab der Mitte war mir persönlich dann aber doch zu viel und die Geschichte konnte mich nicht mehr wirklich mitreißen.

Die Kriegserzählungen in diesem Buch waren für mich erschreckend und kaum vorstellbar. Es gab Menschen die verfolgt und getötet wurden. Menschen wurden unter Häusern begraben und hinterließen Kinder, oder überlebten und litten dann an Hunger. Wenn man so etwas liest, merkt man, wie gut es einem geht. Wir haben doch alles. Wir haben ein Dach über dem Kopf und etwas zu Essen. Früher musste man tauschen oder Tagelang ein Brot essen oder verschimmelte Lebensmittel.
Manche waren sich damals selbst die nächsten, aber kann man es ihnen verdenken? Andere haben trotzdem den Rest, den sie hatten geteilt. Doch was ich nicht mit den Menschen teilen konnte, waren manch Ansichten. Kinder wurden verstoßen, weil sie einen Fehler begangen haben, nur um das Ansehen der Familie zu schützen. Für mich selber undenkbar, doch vielleicht war es früher tatsächlich so. Das ist sehr traurig. Zum Glück sind diese Zeiten größtenteils vorbei und ich hoffe, dies bleibt auch so.

Am Ende des Buches findet sich noch eine Leseprobe von Glück und Glas von Lilli Beck.


Mein Fazit


Ein Kriegsroman über Waisenkinder, Geschwister und verbotener Liebe (?).
Mich konnte das Buch leider nicht umhauen.


Wie der Wind und das Meer von Lilli Beck bekommt von mir 

>>>>> 3 von 5 <<<<< möglichen Herzen

 

Dienstag, 28. November 2017

The Missing - die komplette zweite Staffel

(Bildrechte liegen beim Herausgeber)


Darsteller: Abigail Hardingham, David Morrissey, Tchéky Karyo, Keeley Hawes, Jake Davies Regisseur(e): Ben Chanan
Künstler: Jack Williams, Harry Williams
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Englisch
Anzahl Disks: 3
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Erscheinungstermin: 29. September 2017
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 472 Minuten
ASIN: B073LPCNQ1 
Preis: zur Zeit 23. 49 Euro (hier kaufen
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Inhalt


2003 verschwindet die Schülerin Alice Webster spurlos. Ihre Eltern Gemma und Sam, die auf einer britischen Militärbasis in Deutschland stationiert sind, werden ihre Tochter ein Jahrzehnt lang nicht wieder sehen. Elf Jahre später taumelt Alice, mittlerweile eine junge Frau, schwer traumatisiert die Straßen ihres Heimatortes entlang. Was ist passiert? Die plötzliche Rückkehr wirft ihre inzwischen zerrüttete Familie noch weiter aus der Bahn. Doch ist Alice wirklich die, für die sie sich ausgibt? Die Aufklärung des Falls soll die schwangere Offizierin Eve Stone übernehmen, doch die Dinge überfordern sie schnell. Unterstützung bekommt sie vom damaligen Ermittler Julien Baptiste, für den der Fall bald zu einem Rennen quer durch Europa wird. Mit neuen Charakteren, Darstellern und Schauplätzen geht die hochgelobte BBC- Thrillerserie in die zweite Runde. An der Seite von Baptiste – Darsteller Tchéky Karyo sind dieses Mal Keeley Hawes („Spooks“) und David Morrissey („The walking Dead“)



Meine Rezi


Auch, wenn der Klappentext hier nicht ganz den Fakten der Serie entspricht, ist auch The Missing – die komplette zweite Staffel wieder ein Volltreffer geworden. Die gruselige Musik aus der ersten Staffel findet sich auch hier wieder. Dies hat meine Erinnerung wieder hervorgeholt. Doch hier gibt es auch einige Unterschiede zur ersten Staffel. Nach elf Jahren taucht das vermisste Kind Alice wieder auf. Mittlerweile ist sie eine junge Erwachsene und doch hat man das Gefühl, man kann sie nicht ansprechen oder anfassen ohne das sie zerbricht. Schnell häufen sich Fragen, die den Zuschauer, genau wie die Protagonisten verwirren. Ist Alice wirklich die, für die sie sich ausgibt? Und wenn nicht, woher weiß sie all die Dinge von der Familie und wieso trägt sie die gleiche Tattoowierung, wie Alice? Ich war auch hier wieder überrascht, was für eine grandiose Leistung die Schauspieler an den Tag legten. Man merkte Gemma (Keeley Hawes) sofort an, dass sie sich dem Mädchen nicht nah fühlte. Andererseits...

Stellen wir uns vor unser Kind verschwindet. Natürlich wollen wir die Gewissheit haben, ob unser Kind lebt oder tot ist. Doch geht man nach elf Jahren nicht eh vom schlimmsten aus? Und wenn unser Kind wirklich nach so einer langen Zeit wieder auftauchen würde, wie würden wir ihm begegnen? Oder unser Kind uns? Im Grunde ist dieses Kind mittlerweile eine fremde Person. So grausam es sich anhört, so ist es doch die Wahrheit. Ist es nach so langer Zeit überhaupt möglich wieder einen Weg in die Familie und in das „normale“ Leben zu finden? Ich denke, dies wird sehr schwer.
Doch würden wir nicht trotzdem merken, ob unser Kind vor uns steht oder nicht? Zumindest, wenn unser Kind nicht schon im frühen Kindesalter entführt wird. Hier ist dies alles sehr verwirrend.
Was nichts neues ist, wer schon die erste Staffel von The Missing gesehen hat kennt das. Es wird auch hier zwischen den Zeiten hin und her gesprungen. Fragen, die man sich stellt, werden teilweise erst Folgen später aufgeklärt. Und auch hier handelt es sich wieder um eine Familie, die auseinandergerissen wird.

Ich bin jedes Mal aufs neue erstaunt, wie die Menschen ermitteln und solche Schlüsse ziehen. Ich habe zwar viel Fantasie, aber auf manche Schlüsse wäre ich nie gekommen.
Ich habe mich riesig gefreut das Juliene Baptiste wieder mit von der Partie ist. Er ist so Leidenschaftlich in seinem Beruf, trotz das er schon in Rente ist. Ihm geht jeder Fall zu Herzen und er muss ihn beenden. Oft zum Leidwesen seiner Familie, doch seine Frau kennt ihn zu gut um lange sauer auf ihn zu sein. Auch in diesem schwierigen Fall gibt er wieder sein bestes und findet grausame Dinge heraus. Wird er sich dieses Mal selber verlieren?
Jede Folge endet mit einem Cliffhanger und ich musste weiter schauen.
Die Zeitsprünge gehen von 2003 – 2016 und die Grafik wurde dementsprechend angepasst. Dies kann eine kleine Hilfestellung sein. Andernfalls wird aber auch angegeben ob es die Vergangenheit oder die Gegenwart ist.

Ich habe die Folgen im Episodenmodus geschaut und musste bei jeder neuen Folge den Englischen Untertitel aus machen. Es ist zwar schön das es ihn gibt, doch wenn ich ihn nach einer Folge haben möchte, dann stelle ich ihn ein. Es war etwas nervig, ihn jedes Mal ausstellen zu müssen.

Auf der letzten DVD gibt es noch die Extras. Die bestehen aus dem Originaltrailer und einem Bericht von „Hinter den Kulissen“. Diesen fand ich sehr interessant und sehenswert, doch bei über 42 Minuten hätte ich mir doch eine Übersetzung gewünscht und nicht nur einen Deutschen Untertitel.

Wird es eine weitere Staffel The Missing geben? Besonders nach dem Cliffhanger am Ende?!




Mein Fazit


Auch dieses Mal hoffe ich auf eine weitere Staffel The Missing. Können die Macher ein weiteres gutes Werk erbringen? Und wird Julien Baptiste wieder dabei sein?


The Missing - die komplette zweite Staffel bekommt von mir

>>>>> 4 von 5 <<<<< möglichen Herzen

Samstag, 25. November 2017

Mein Herz ist eine Insel von Anne Sanders

(Bildrechte liegen beim Verlag)


Broschiert: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3764505936
Preis: 14. 99 Euro (hier kaufen)
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Anne Sanders



Klappentext


Eine kleine Insel an der Westküste Schottlands und ein Geheimnis, das alles verändert...

Isla Grant ging es schon mal besser. Ohne Wohnung und ohne Job bleibt ihr keine andere Wahl, als nach Hause zurückzukehren, nach Bailevar, eine winzige Insel an der rauen Westküste Schottlands. Und das, obwohl sie kaum Kontakt zu ihrer Familie hat. Als sie auch noch ausgerechnet ihre Jugendliebe Finn wiedertrifft, sind alle unliebsamen Erinnerungen zurück. Ihr einziger Lichtblick ist die alte Dame Shona, die wie keine andere Geschichten erzählt, besonders gern die Legende von der verschwundenen Insel. Doch schon bald erkennt Isla, welch tragisches Geheimnis Shona zu verbergen versucht. Und auch ihre eigene Vergangenheit holt Isla unaufhaltsam ein...



Meine Rezi


Dies ist das erste Buch das ich von Anne Sanders lese. Ihr Schreibstil ist so wunderbar das ihre Geschichte, wie ein Film vor meinem inneren Augen ablief. Man kann sich einfach fallen lassen und ist selber auf dieser Insel. Ich saß im Pub oder sah von den Klippen auf das Meer hinaus. Ich konnte mich richtig gut in die Protagonisten hineinversetzen, so das ich oft schlucken musste, wenn ich mit ihnen fühlte. Ich fühlte ihre Beklemmungen, wenn sie jemandem begegneten, dem sie noch nicht gewachsen waren. Ich fühlte ihren Schmerz, ihre Leidenschaft und ihre Liebe füreinander. Ich musste lachen und weinen. Die Autorin hat mich hier total bei meiner Empathie gepackt und mitgerissen.Ich denke, die Menschen, die mich außerhalb meiner Wohnung beim Lesen sahen, hatten auch viel Freude. Oft konnte ich mir ein Lachen einfach nicht verkneifen oder ich verzog meinen Mund so sehr, das andere dachten, ich hätte womöglich schmerzen. Doch das Buch brachte mich auch zum weinen. Ich erlebte hier eine Achterbahn der Gefühle.

Das Buch ist unterteilt in Islas und Finns Sicht. Es ist dann aber auch dementsprechend gekennzeichnet. Das einzige was dazu überhaupt nicht passte war, als plötzlich Shonas Gedanken dort zu lesen waren. Das ganze Buch war so gut durchdacht, man spürte Emotionen und Gedanken und dann kommt etwas, das nicht wirklich hineinpasst. Es war für die Geschichte zwar wichtig, allerdings hätte man dies besser in einem Gespräch verpacken können. Doch dieses Buch ist so toll, dass selbst dieser Patzer verziehen wird.

Die Protagonisten waren sehr unterschiedlich und doch harmonierten sie perfekt miteinander. Da ist Isla, die eine regelrechte Abneigung vor dieser Insel hat. Was ist es, das sie so sehr hasst an diesem wunderbaren Ort?
Die Männer in ihrer Familie wirken etwas ruppig und verloren und sind doch so liebenswert.
Finn ist ein wahrer Gentleman. Er ist zuvorkommend und humorvoll. Immer zur Stelle, wenn man ihn braucht. Doch Isla bringt ihn einfach auf die Palme und man muss einfach schmunzeln, wenn man die beiden gemeinsam erlebt.
Und dann ist da Shona. Meine Lieblingsprotagonistin in diesem Buch. Selten habe ich eine Person, die mir besonders ans Herz wächst. Aber diese spritzige, flippige alte Dame war so unterhaltsam und herzerwärmend das es so kommen musste. So eine Großmutter wünscht sich einfach jeder. Sie ist der Grund für die Geschichte in der Geschichte, in der es um eine verlorene Insel geht. Auch diese ist hier sehr gut gelungen, obwohl ich gerne noch mehr von der Geschichte gelesen hätte. Doch irgendwann war sie erzählt und es ging nicht weiter. Oder endet diese Geschichte vielleicht trotzdem nie?!


Mein Fazit


Die Autorin hat mich hier auf eine Achterbahn der Gefühle geschickt, die mich einfach mitgerissen hat. Ich hoffe, dieses Buch wird eines Tages verfilmt.


Mein Herz ist eine Insel von Anne Sanders bekommt von mir

>>>>> 5 von 5 <<<<< möglichen Herzen