Donnerstag, 19. Oktober 2017

Die Spezialisten - Im Namen der Opfer (Staffel1)

(Bildrechte ligene beim Herausgeber)


Darsteller: Valerie Niehaus, David Rott, Katy Karrenbauer, Narges Rashidi, Henriette Richter-Röhl
Regisseur(e): Gero Weinreuter, Nicolai Rohde, Kai Meyer-Ricks, Samira Radsi
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Anzahl Disks: 3
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Erscheinungstermin: 29. September 2017
Spieldauer: 430 Minuten
ASIN: B07515WLY2 
Preis: z.Zt. 24.49 Euro (Amazon)



  Inhalt


„Sie haben ein Recht auf die Wahrheit!“

Nach diesem Motto rollt das interdisziplinäre Spezial – Team des LKA Berlin um Rechtsmedizinerin Dr. Katrin Stoll (Valerie Niehaus) und Kriminalhauptkommissar Mirko Kiefer (David Rott) ungelöste Kriminalfälle wieder auf. Ihre Herausforderung: nicht nur den Täter zu ermitteln, sondern auch den Hinterbliebenen zu helfen. Denn erst wenn der Täter gefunden und das Motiv geklärt ist, werden die Angehörigen von ihrer quälenden Ungewissheit erlöst.

Die erfolgreiche und prominent besetzte Krimiserie verbindet in ihren packenden Fällen Kriminalistik, Rechtsmedizin und deutsche Geschichte.


Meine Rezi


An ihrem ersten Tag macht sich Dr. Katrin Stoll sehr unbeliebt. Und das nicht nur bei mir. Sie versucht ihren Kollegen nicht auf Augenhöhe (was diese gewohnt sind) zu begegnen, sondern gibt ihnen Aufgaben, obwohl dies nicht ihr Job ist. Des weiteren mischt sie sich gerne in Fälle ein. Sie handelt oft im Alleingang, ohne das sie überhaupt die Befugnis dafür hat. Ich empfand ihren Charakter als sehr unsympathisch. Zum Einstand ging sie dann mit ihrem Kollegen Kriminalhauptkommissar Mirko Kiefer ins Bett. Wäre dies nicht schon unpassend genug gewesen? Wenn ich nachsichtig bin, dann wäre das okay. Man kann nicht alles vorhersehen und so etwas kann durchaus passieren. Vielleicht ist es die große Liebe. Doch sehr taktvoll gehen die beiden damit nicht um. Gegen Turteln möchte ich gar keine Einwände erheben. Wenn man dies jedoch vor einem Trauernden Hinterbliebenen macht, ist das nicht in Ordnung. Dies ist aber auch schon alles, was ich am Inhalt dieser Krimiserie zu meckern habe. Denn nach und nach versucht Katrin Stoll sich in die Herzen ihrer Kollegen und Kolleginnen zu schleichen und schafft dies auch. Das ganze Team arbeitet gut und auf Augenhöhe zusammen. Daran gewöhnt sich auch die Rechtsmedizinerin. Das absolute Highlight für mich war Katy Karrenbauer. Ich habe sie schon immer in „Hinter Gittern“ bewundert und sie bereichert diese Serie mit ihrer Art enorm. Man könnte etwas mehr von ihr mitbekommen, jedoch agiert sie als Chefin eher im Hintergrund und hält alles zusammen. 

Jeder Charakter hat hier seine persönlichen Probleme, die er mehr oder weniger mit zum Arbeitsplatz nimmt. Die Arbeit lenkt zwar ab, kann aber nicht die ganze Welt abschotten. Jannik Meissner (Merlin Rose) ist einfach schön anzusehen und die Sticheleien zwischen ihm und Frau Lehberger sind klasse.
Zu den Fällen muss ich sagen, ich bin begeistert von den Machern der Serie. Jede Folge beinhaltet einen interessanten Fall der gelöst wird. Die Morde oder das Verschwinden der einzelnen Personen ist in der Vergangenheit passiert, wozu es Rückblicke gibt. Für diese Rückblicke ist es ganz wichtig auf die Details zu achten. Gab es damals schon Handys, was trugen die Menschen für Klamotten und was war zur damaligen Zeit ein wichtiges Thema. Das kam hier alles sehr gut rüber. 

Es muss schlimm sein, nicht zu wissen, was mit einem geliebten Menschen passiert ist. Lebt dieser vielleicht noch? Wenn ja, wieso meldet er sich nicht? Wenn er tot ist, warum werden wir nicht benachrichtigt? War es ein Unfall oder ein Mord? Wie und warum ist es genau passiert? Ich möchte mir das gar nicht vorstellen. Das muss sehr schlimm für betroffene sein. Und um diese Fragen zu beantworten, ist das Team unter Frau Lehberger (Katy Karrenbauer) zuständig. „Die Spezialisten“ erinnert ein wenig an „Cold Case“. Ich selber habe oft lachen müssen und würde mir auch eine weitere Staffel anschauen. Auch, wenn ich gerade gesehen habe, das viele Rollen ausgetauscht wurden und ich nicht weiß, ob sie mir genauso gut gefallen würde.

Die Serie beinhaltet 3 DVD´s. Auf der zweiten und dritten DVD gibt es Extras zu finden. Auf DVD zwei sind dies Interviews mit den jeweiligen Darstellern zu ihren Rollen. Die Fragen sind sich sehr ähnlich, was ich sogar besser finde, als wenn alle verschieden wären. Auf der dritten DVD geht es in den Extras um den Trailer und die Rollenprofile.
Man kann alle Folgen direkt hintereinander schauen oder im Episoden - Modus. Ich selber schaue Serien immer im Episoden – Modus. So weiß ich genau, wo ich bin. Allerdings musste ich bei jeder Folge den Untertitel aufs neue ausstellen, obwohl ich die Einstellungen nicht verändert habe. Dies war extrem nervig. Ob es an mir oder dem Episoden – Modus lag, kann ich nicht sagen.




Mein Fazit


Eine Krimiserie, die sich um alte Fälle kümmert, die zufällig jetzt erst auftauchen. Rundum unterhaltsam und sehenswert.


Sie Spezialisten - Im Namen der Opfer (Staffel 1) bekommt von mir

>>>>> 4 von 5 <<<<< möglichen Herzen

 

Sonntag, 15. Oktober 2017

Im Glashaus - gefangen zwischen Welten - Ein Leben zwischen zwei Kulturen von Devakumaran Manickavasagan (Deva Manick)

(Bildrechte liegen beim Verlag)

Taschenbuch: 195 Seiten
Verlag: Engelsdorfer Verlag
ISBN: 978-3862689200
Preis: 14. 50 Euro (hier kaufen)
Deva Manick


 
Klappentext


„Das Glashaus“ bietet einen Einblick in das Leben von Migranten, die ihre Heimat verlassen haben, um im Exil einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Am Beispiel der Jugend der in Deutschland lebenden Exil- Tamilen, zu denen er selbst gehörte, beschreibt der Autor Probleme und Hindernisse, die mögliche Gründe für eine verfehlte Integration sind. Von der eigenen Kultur in die andere gestoßen und in ihren Gefühlen verletzt, wissen sie oft nicht, wie ihr weiterer Weg verlaufen soll. Der Blick hinter die Kulissen ermöglicht betroffenen Migranten eine andere Sichtweise auf die Dinge und zeigt mögliche Wege auf.

Devakumaran Manickavasagan, geb. 1987 in Ratingen. Lange Zeit beschäftigte er sich mit dem Wandel verschiedener Kulturen in Deutschland. Dies gelang ihm durch den Austausch mit betroffenen Menschen, begleitet von zahlreichen Beobachtungen und persönlichen Erfahrungen mit dem Leben zwischen zwei Kulturen. Während der Flüchtlingskrise, die Deutschland im Jahre 2015 heimsuchte, konnte er als Betreuer und späterer Leiter einer Notunterkunft mit seiner tatkräftigen Unterstützung einen wertvollen Beitrag für die neu angekommenen Menschen in Deutschland leisten. Der Autor war lange Jahre im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit aktiv, um seine Forschungen und Beobachtungen, die er persönlich im Glashaus gemacht hat, zu widerlegen.



Meine Rezi


Ich bin der Auffassung es muss immer noch viel mehr Aufklärung geleistet werden, was Flüchtlinge angeht. Nicht nur in unserer Gesellschaft, sondern auch die Flüchtlinge müssen verstehen, dass sie sich einfügen müssen. Natürlich kann keiner von uns erwarten das sie nach Deutschland können und sofort unsere Sprache beherrschen. Wenn sie flüchten, dann tun sie das aus einem guten Grund und haben nicht die Zeit vorher unsere Sprache zu erlernen. Mal davon abgesehen das ein Flüchtling gar nicht weiß, ob er es bis nach Deutschland schafft. Zu erwarten ein Flüchtling könne nach zwei Wochen unsere Sprache beherrschen, ist in etwa so als würde ich von dir erwarten, das du in zwei Wochen Chinesisch sprechen kannst. ABER und ja es gibt ein „Aber“ ich erwarte natürlich, das jemand, der hier sein weiteres Leben bestreiten will, auch unsere Sprache lernt. Denn auch ich sollte Chinesisch lernen, wenn ich in China leben möchte. Und ich müsste mich in die Gesellschaft einfügen. Natürlich sollten wir auch daran denken, weshalb jemand flieht. Dies tut er sicher nicht, weil der Nachbar einen Apfel in den Garten geworfen hat. Wenn ich manche Kommentare zu Flüchtlingen im Internet lese, schäme ich mich für meine Landsleute. Von Dummheit geprägt schreit einer lauter, als der andere. „Aber der ihre Mudda soll mal erst mal Deutsch sprächen, bevor er in unsern Haus lebt und unsern Arbeit klaut“ ….
Ein kleines Beispiel das hoffentlich verständlich macht, was ich meine. Ich habe lieber zehn Flüchtlinge, wenn ich einen Nazi dafür abschieben kann!!!
Vorausgesetzt ist natürlich, die Flüchtlinge wollen hier leben und integrieren sich. Das ist das Wichtigste. Am meisten leiden die Kinder. Sie leiden darunter zu fliehen, sie leiden darunter, wenn ihre Familien sich nicht integrieren wollen und sie leiden, wenn sie sich integrieren wollen und nicht dürfen. Deshalb muss auch an dieser Front viel mehr getan werden. Die Aufklärung ist es hier mal wieder. Es muss Pflicht sein in jeder Flüchtlingsunterkunft und für den weiteren Weg einen Deutschkurs zu besuchen. Der abgeschlossen wird. Die Kinder müssen in Vereine gesteckt werden, wo sie soziale Kontakte zu anderen Kindern bekommen und unsere Kultur kennenlernen können. Uns geht es hier in Deutschland sehr gut. Niemand muss auf der Straße leben, also habt auch ein bisschen Mitgefühl, wenn es anderen Menschen in anderen Ländern nicht so gut geht, wie uns. Diese Menschen lassen ihre Familien zurück. Der Mann, der flieht, fragt sich ob seine Frau und seine Kinder noch am Leben sind, oder der Krieg sie geholt hat. Der Familie zuhause geht es genauso. Sie fragt sich, ob der Bruder, Vater oder Sohn die Reise überlebt hat. Niemand beschließt mal eben „Ach es ist heute so herrlich, ich kann zwar nicht schwimmen, aber ich reise mal mit 1000 anderen Menschen in einem Boot über das Meer und genieße den Tag“. Denkt doch mal nach.
Das Gesetzte hier eingehalten werden, sollte selbstverständlich sein. Aber da auch wieder, die Aufklärung. Man muss die Flüchtlinge aufklären, was erlaubt ist und was nicht. Nicht alles, was hier verboten oder kriminell ist, ist es in deren Herkunftsland. Frauen müssen wissen, dass sie in diesem Land nicht von ihren Männern abhängig sind, Rechte haben und nicht bei jemandem bleiben müssen, der ihnen nicht gut tut. Es muss hier immer in beide Richtungen gehen.

„Im Glashaus“ ist keine einfache Lektüre. Wie ihr merkt, regt sie zum nachdenken an. Es war sehr interessant zu lesen, doch zwischenzeitlich viel es mir schwer dabei zu bleiben uns musste Sätze mehrmals lesen, da es doch trocken rüber kommt. Als Deva Manick dann von seiner eigenen Geschichte erzählte, war ich wieder voll dabei und begeistert. Doch auch wenn man merkt, dass er viel Herzblut in dieses Buch gesteckt hat und er etwas verändern will (und auch kann) hatte ich das Gefühl, es wiederholte sich vieles. Vorne las ich etwas von der Flucht ins Internet und am Schluss wieder. Ich habe sehr viel Respekt vor dem, was er hier geleistet hat. Er war offen und ehrlich. Schonungslos ehrlich, was seine Familie betrifft. Ich denke das ist alles andere als einfach! Doch dieses Buch landet nicht unbedingt an den richtigen Stellen. Ich denke es gehört in Schulen, in die Flüchtlingsunterkünfte etc. Deva Manick muss an die Orte des Geschehens und ich denke, er ist als Redner und Aufklärer noch besser geeignet. Das, was er schreibt, wird in seinen Lesungen oder bald vielleicht Seminaren ganz anders ankommen. Aus dem Grund hat meine mittlere Bewertung alles andere zu bedeuten, als das ich nicht hinter ihm und seiner Sache stehe, sondern einfach weil mich der Schreibstil nicht packen konnte.


Mein Fazit


Deva Manick schreibt hier über ein sehr wichtiges Thema, das zum nachdenken anregt. Allerdings kann ich ihn mir besser als Aufklärer und Redner vorstellen. Das Buch ist mir etwas zu trocken geschrieben.


Im Glashaus - gefangen zwischen zwei Welten von Deva Manick bekommt von mir

>>>>> 3 von 5 <<<<< möglichen Herzen

Dienstag, 10. Oktober 2017

Sind dann mal weg von Simone Veenstra

(Bildrechte liegen beim Verlag)

Klappenbroschur: 400 Seiten
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453421509
Preis: 9. 99 Euro (hier kaufen)


Klappentext


Das war noch lange nicht alles!

Tina lebt seit Kurzem in der Seniorenresidenz Schwafweide und langweilt sich fast zu Tode. Soll es das schon gewesen sein? Einziger Lichtblick: die Rätselabende mit dem schmucken Kapitän a.D. Ole Erickson, dem Lebemann Paul, der glamourösen Hedi und dem schüchternen Männi. Doch als Ole eines Abends mitten im Rätselraten tot umfällt, ist der Spaß vorbei. Sein letzter Wunsch war es, dass seine Asche im norwegischen Finnfjordvær ins Meer gestreut wird. Tina und ihre Freunde machen sich mit Oles Asche auf den Weg gen Norden und fühlen sich plötzlich wieder ziemlich jung...


Meine Rezi


Ein wunderbarer Roman. Genau so stelle ich mir eine Seniorengang vor. Jeder Charakter ist vertreten. Jeder hat seine liebenswürdigen und nicht so liebenswürdigen Seiten und doch mag man sich einfach so, wie man ist. Denn jeder weiß, wie es ist, anders sein zu wollen oder sich verstellen zu müssen. Ich war von Anfang an Teil dieser tollen Geschichte.
Tina lebt seit Kurzem in Schafweide und möchte nichts mehr, als ganz schnell aus dem Leben zu scheiden. Es hat eine tragische Komik, denn sie wird jedes mal irgendwie davon abgehalten. Ist man auf ihrer Seite ärgert man sich einerseits, dass sie sie nicht einfach in Ruhe lassen und andererseits freut man sich, denn sie wirkt einfach sehr sympathisch. Als Ole ihr begegnet, nimmt er sie kurzerhand mit, um beim Quizabend zu spionieren. Es kommt, wie es kommen musste. Beide werden Teil einer Quizrunde und sind nicht mehr allein. Sie lernen sich kennen und mögen und gewinnen sogar einen Quizabend. Doch direkt danach segnet Ole das zeitliche.
Seine neuen Freunde wollen ihm die letzte Ehre erweisen und freuen sich auf die Meerbestattung, die er sich so gewünscht hat. Oles Sohn Finn hat andere Pläne. Kurz und knackig soll es ablaufen. Einäschern, einmauern und fertig. Doch Finn hat nicht mit den Freunden seines Vaters gerechnet.
Ich möchte hier gar nicht so viel über die Charaktere sagen, denn sie sind wirklich alle toll. Jeder hat seine Aufgabe und alle sind Ole für irgendetwas dankbar. Ich denke, ihr solltet die Persönlichkeiten selber kennenlernen.

Ich war fasziniert und habe viel über das Thema nachgedacht.
Ich bin der Meinung, jeder sollte so bestattet werden, wie er es möchte. Wieso muss alles immer so korrekt ablaufen. Das man seiner Asche nicht in einem Restaurant verstreuen darf, verstehe ich natürlich. Aber wieso ist sonst nicht fast alles erlaubt. Wie kann es sein, dass Menschen darüber entscheiden können, wie ein anderer beerdigt wird, obwohl dieser es sich anders gewünscht hat. Man sollte sich rechtzeitig Gedanken darüber machen, was man selber nach seinem Tod möchte. Ich möchte das von mir alles brauchbare gespendet wird. Haut, Augen, Organe etc. Ich kann nach meinem Tod nichts mehr damit anfangen. Ich möchte verbrannt werden, denn ich finde die Vorstellung schaurig, das meine Hülle verbuddelt irgendwo rumliegt. Ich selber bin auch nicht der Typ für Friedhöfe. Ich würde gerne irgendwo verstreut werden. Aber manche brauchen einen Ort zum trauern, weshalb ich meinen Hinterbliebenen dies natürlich nicht verwehren möchte. Das würde ich für sie tun, denn ich bin nicht da in einem Grab auf dem Friedhof. Ich bin überall, wenn jemand an mich denkt.
Aus diesem Grund stehe ich bei diesem Buch hinter der Seniorengang. Und man merkt das sie alle wieder jünger werden. Es kommt Spannung auf und jeder dieser außergewöhnlichen Menschen hat ein Geheimnis das er mit sich herumträgt.


Mein Fazit


Ein rührender, spannender und Unterhaltsamer Roman über das älter werden und der Erfüllung letzter Wünsche.


Sind dann mal weg von Simone Veenstra bekommt von mir

>>>>> 5 von 5 <<<<< möglichen Herzen